Ausbildungskonsens NRW legt Papier für verbesserte Integrationsförderung vor

Presse-Information Nr. 3 vom 4.3.2016

Andreas Ehlert: Sprachförderung und Berufsorientierung bereits in den Erstaufnahmeeinrichtungen
Auch Anhebung der Berufsschulpflicht für Flüchtlinge auf 21 Jahre enthalten

Aus Anlass der Sitzung des "Ausbildungskonsens NRW" am Freitag hat das NRW-Handwerk die Landesregierung aufgefordert, bei der Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Arbeit Leerläufe und Leerzeiten zu vermeiden. Gleichzeitig würdigte der Präsident des Nordrhein-Westfälischen Handwerkstags, Andreas Ehlert, das Vorhaben der Landes-regierung, mithilfe eines jetzt von Minister Schmeltzer vorgelegten Integrationsplans Flüchtlinge einen schnelleren Einstieg in Schule und Beruf zu ermöglichen; und hier insbesondere die angekündigte Stellenausweitung für Lehrer und Sozialarbeiter und das Angebot zum Erwerb von Zusatzqualifikationen: "Diese Maßnahmen sind wichtig, reichen aber nicht aus: Die vorgesehene Aufstockung der Stundenzahl für Eingliederungskurse sollte neben der Vermittlung von Werten massiv auch der aufschließenden Orientierung über Qualifizierung und Beruf zugutekommen." Darüber hinaus mahnte der Handwerkspräsident Sprachförderung und Berufsorientierung "zum frühesten Zeitpunkt" an. "Gerade junge, aber nicht mehr schulpflichtige Geflüchtete benötigten die Förderung von Sprache und Kompetenzen 'schnellstmöglich'; verbindliche Maßnahmen sollten daher bereits in den Erstaufnahme-Einrichtungen beginnen", empfahl der Präsident der Landes-handwerksvertretung, der überdies eine Anhebung der (Berufsschul-)Pflicht bis 21 Jahre "und in Ausnahmefällen sogar bis 25 Jahre“ für diese Gruppe vorschlug. „Dies würde mehreren Tausend Jugendlichen aus den Kriegsgebieten erlauben, einen Schulabschluss nachzuholen." Viele Ankömmlinge hätten in ihren Heimatländern kaum Unterricht erlebt. Dazu müsse es "allerdings in der Tat 5.000 zusätzliche Plätze im Rahmen der internationalen Förderklassen geben", so Ehlert. Diese Beschulung sei zu ergänzen um berufs- und ausbildungsvorbereitende Qualifizierungsmaßnahmen in Berufskollegs und in den überbetrieblichen Bildungszentren der Wirtschaft.

Das Handwerk stehe mit den Anforderungen an eine Ausweitung der Integrations-Förderung durch das Land im Übrigen nicht alleine, betonte Ehlert. Die Maßnahmen würden vom Handwerk, der Vereinigung der Industrie- und Handelskammern, der Landesvereinigung der Unternehmensverbände "unternehmer nrw", dem Verband Freie Berufe und dem DGB NRW gemeinsam vertreten und seien Kernbestandteil eines Memorandums, dass die genannten Verbände der Landesregierung im Vorfeld der Ausbildungskonsens-Konferenz zugeleitet hätten.

Angesichts der Vehemenz der Integrationsprobleme bekundete Ehlert Unverständnis über die Festsetzung der nächsten Ausbildungskonsens-Runde durch die Regierung erst für November.  

Alexander Konrad

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